Skitouren im Prättigau

Zuletzt aktualisiert: Samstag, 06. April 2019 Geschrieben von Schaaf

Die superschönen Frühlingsskitouren im Glarnerland haben Lust auf mehr gemacht. Nur das Aufstehen um fünf Uhr morgens ist für mich schon etwas gewöhnungsbedürftig. Als schlaues Schaaf habe ich beschlossen mir ein Quatier vor Ort zu suchen und so am Sonntag die Anfahrt zu vermeiden. Die Gebietswahl fiel nach ausführlicher Internetrecherche auf St. Antönien im schönen Prättigau. Auch bekannt als hinter dem Mond links.

Sulzfluh

Orientierungspause Sulzfluh in Sicht Immer wieder lecker
Kuchen am Alpenrösli

Am Samstag lies sich das frühe Aufstehen nicht vermeiden. Um fünf Uhr klingelt der Wecker. Für den Tag sind aber 20°C und keine Wolke angesagt. Ein früher Aufbruch ist dann leider doch ein Sicherheitsaspekt, da kann ich Dr. Kermit nicht widersprechen. Um kurz vor 8Uhr sind wir schliesslich in St. Antönien und los geht es zur Sulzfluh, dem bekannten Skitourengipfel oberhalb Partnun. Der Parkplatz ist gut gefüllt, so dass wir sicher nicht spuren müssen und der Weg ist gut ausgeschildert, so dass wir uns nicht verirren.

Die Steilstufe in den Gemschtobel, die man zu Fuss gehen muss ist noch richtig hart. Hier wäre ein Pickel eigentlich ganz sinnvoll, da wir keinen dabei haben muss es auch so gehen. Es kommen uns auch bereits die ersten Skifahrer entgegen - alles noch hart gefroren, also eher genussfrei in der Abfahrt. Die Bergeinsamkeit sollte man an so einem Tag an der Sulzfluh eher nicht suchen und so überholen wir noch einige Leute bevor wir das Monstergipfelkreuz erreichen. Obwohl der Gipfel eigentlich recht gross ist, herrscht ein gewisser Dichtestress wegen der vielen Leute.

Aufgrund des Dichtestress und dem etwas ungemütlichen Wind am Gipfel treten wir - Reto, Urs und ich - bald die Abfahrt an. Nordseitig hat es oben noch ein bisschen Pulver, die Steilstufe ist netterweise auch komplett mit Ski fahrbar und die anschliessende Abfahrt zum Partnunsee war allerbester Firn - netterweise fahren die meisten Leute entlang der Aufstiegsspur ab und so ist es dort auch weitestgehend unverspurt. Leider muss man dann vom Partnunsee erstmal ein Stück Richtung Partnun schieben. In Partnun hat es dann meine absolute Lieblingsbergbeiz, das Berghaus Alpenrösli. Die backen immer superfeinen Kuchen und sind meganett zu uns. Dort holen wir die Gipfelrast ausführlich nach. Schliesslich dürfen wir nicht zu früh im Tal sein, sonst ist unser Zimmer noch nicht fertig.

Rätschenhorn

Gafiatal Schneelage Gafiatal Rätschenhorn
(Nebengipfel)

Die vielen, vielen Leute auf der Sulzfluh haben uns bewogen am Sonntag einen weniger bekannten Gipfel unter die Pfoten zu nehmen, das Rätschenhorn. Das Rätschenhorn liegt am Ende des Gafiatals und die meisten Leute biegen gleich am Anfang Richtung Eggberg ab oder etwas später Richtung Hasenflüeli. Hinter den beiden populären Bergen wird es schnell relativ einsam, landschaftlich aber umso schöner. Die Steilstufe am Ende des Tals ist netterweise sehr schön gespurt, so dass sie kein Problem für uns ist und so stehen wir Mittags (Sommerzeit) am Nebengipfel.

Der echte Gipfel hat den Nachteil, dass man einen kurzen Gegenanstieg hat wenn man die schönen Hänge und nicht den Talboden abfahren will. Der Entscheid zwischen Abfahrtsgenuss und Gipfelglück ist da nicht weiter schwierig, vor allen Dingen da es nur um 10Hm geht. Am Gipfel geht auch kein Wind, so dass Dr. Kermit, Reto und ich uns ausführlich Sonnen können bevor wir uns in die Abfahrt stürzen. Wenn man die Hangrichtung geschickt variiert ist es wieder bester Firn so wie am Vortag. Nur die direkte Nordabfahrt trauen wir uns dann doch nicht. Die Einfahrt sieht etwas eisig aus und wenn man da stürzt purzelt man wahrscheinlich die ganzen 500Hm des Hangs runter. Wäre doch schade um den Abfahrtsgenuss, oder? Aber auch so ist die Abfahrt ein Genuss erster Klasse, auch wenn wir ganz unten ein paar mal kurz die Ski abschnallen müssen. Na ja, es gilt auch schon die Sommerzeit, da darf der Schnee etwas zurückgehen.

Karte

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