Frühlingsskitouren im Glarnerland

Zuletzt aktualisiert: Sonntag, 24. März 2019 Geschrieben von Schaaf

Anfang März war das Wetter eher bescheiden mit viel Wind und Regen. Mittlerweile verspricht es aber zweistellige Temperaturen und Sonne satt, also typische Zutaten für beste Frühlingsskitouren. Netterweise hat es auch genug Schnee, so dass man fast vor der Haustüre losgehen kann. Im Glarnerland ging es auf den Chli Chärpf und den Näbelchäppler - beides klassische Hochwinterskitouren.

Chli Chärpf

Schneelage
Obererbs
Gipfelföteli mit
Bär Felix
Kaloriennachfuhr auf der
Skihütte Obererbs

Um kurz nach 5 klingelt der Wecker. Das ist der grosse Nachteil von Frühlingsskitouren, aber ich muss die S-Bahn um kurz nach 6 Uhr nehmen um rechtzeitig in Ziegelbrücke zu sein zur Weiterfahrt nach Elm. Immerhin kann ich im Zug noch ein bisschen Schlaf nachholen dachte ich. Aber Bär Felix ist etwas nervös, schliesslich ist er schon mehr als ein Jahr keine Skitour mehr gegangen und quatscht mich die ganze Zeit voll. Aber der Lawinenlagebericht hat sich auch noch auf mässig eingependelt und damit steht einer Tour auf den Chli Chärpf nichts mehr im Weg beruhige ich ihn. Den Weg kenne ich ja gut genug, auf dem Hügel war ich ja schon öfter.

Der Parkplatz hinter Elm netterweise auch noch halbwegs leer und schon geht es los. Erst kalt im Schatten und hinter der Skihütte Obererbs dann warm in der Sonne. Typisch Frühlingsskitour halt. Der Schneefall von vor zwei Tagen ist zwar kein Pulver mehr, aber auch noch nicht richtig hart. So geht es ganz gemütlich nach oben und wir können sogar mit Ski auf den Gipfel gehen. Normalerweise muss man die letzten 50Hm zu Fuss machen. Oben ist aber Schluss mit warm, es geht ein kalter Wind. Bise heisst diese nicht so tolle Erfindung der Schweizer.

Ohne Sonne keine Gipfelrast und so geht es bald wieder nach unten. Auf der Abfahrt kommt uns noch eine alternde Schönheit im BH entgegen - es war etwas heiss meinte sie. Ich konnte mir mein Lachen nur schwer verkneifen - die grösste Anstrengung des Tages. Nach der wunderschönen Abfahrt im teils unverspurten Schnee haben wir noch einen kurzen Halt in der Skihütte Obererbs gemacht um dort Kalorien und Flüssigkeit wieder aufzufüllen. Schliesslich muss ich noch die Bahnfahrt nach Zürich überleben. Zum Glück ist noch nicht Rush-Hour.

Näbelchäppler

Nach der
Steilstufe
Gipfelföteli mit
Urs und Dr. Kermit
Frühlingsanfang im
Tal

Nach den guten Erfahrungen mit dem Chli Chärpf wollten wir am Sonntag auch noch was in der Nähe unternehmen. Der Näbelchäppler liegt hinter dem Klöntaler See und ist nicht wirklich bekannt. Auch am Wochenende ist der normal nie überlaufen, hat oberhalb der Schlattalp aber schöne weite Hänge, die heute einen wunderbaren Firngenuss versprechen. Am Start fängt es schon an und meine Begleiter meckern, weil man nicht direkt am Auto starten kann sondern 10m bis zum Ende der Strasse tragen muss. Aber es sollte noch schlimmer kommen.

Nach den ersten Höhenmetern auf der Forststrasse endet plötzlich der Schnee und wir beschliessen trotzdem weiterzugehen - sind ja schliesslich Frühlingsskitouren und da ist Skitragen normal. Die nächsten 100Hm bis Klönstalden müssen wir die Ski tragen bevor es bis zur Materialseilbahn wieder auf Schnee weitergeht. Aber auf dem abzweigenden, steilen Forstweg zur Schlattalp ist auch bald Schluss mit Schnee und wir tragen nochmal 150Hm unsere Ski. Bei insgesamt über 1600Hm hält sich das noch in erträglichen Grenzen.

Oberhalb der Alp hat es genug Schnee, nur aufgrund der letzten warmen Tage hat er einen richtig harten Deckel und wir holen schliesslich sogar unsere Harscheisen raus. Aber auch das ist typisch für Frühlingsskitouren wenn man optimalen Firngenuss auf der Abfahrt haben will. Nur normalerweise sind die Berge dann etwas höher, aber noch hat es genug Schnee vor der Haustür auch wenn wir schon ein bisschen Ski tragen mussten.

Oben am Gipfel ist erstmal ausführliche Pause angesagt. Wir sind ein bisschen zu schnell gewesen und müssen noch eine halbe Stunde warten bis die Abfahrt optimal aufgefirnt hat. Nur der Gipfelhang bleibt hart, er ist leider ganz leicht nach Norden ausgerichtet und bekommt damit zu wenig Sonne. Nach dem Gipfelhang erwartet uns dafür Traumfirn bis zur Alp. Der oberste Zentimeter ganz leicht angetaut und darunter eine harte, tragende Decke. Da fährt es sich nahezu anstrengungsfrei und nach ein paar Klettereinlagen über umgestürzte Bäume und kurzen Skitrageeinlagen sind wir zur besten Mittagszeit wieder zurück und geniessen noch einen kurzen Snack oben am Klöntalersee. Ganz schön viele Leute dort gegenüber der Leere am Näbelchäppler. Na ja, wenn man mal von der Schneeschuhgruppe absieht, die sich auf den Gipfel gequält hat. Wie kommen die eigentlich die 1600Hm wieder nach unten?

Karte

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