Piz Kesch

Zuletzt aktualisiert: Freitag, 17. Februar 2017 Geschrieben von Schaaf

Wisst ihr noch, auf dem Tödi haben die Graubündener ein Kreuz mit Piz Russein gestellt. Angelich steht auf dem Piz d´Es~cha ein Kreuz mit Piz Kesch. Da wollte ich doch mal persönlich nachschauen, ob das stimmt. War aber nicht ganz erfolgreich.

ÖV-Anreise? Unendliche Berge. Blick auf den Piz Kesch

Das mit dem Misserfolg fing schon am Morgen an. Beim Aufstehen war es dunkel, beim Einsteigen ins Auto immer noch dunkel und plötzlich auf der Autobahn am Walensee rötlich hell, aber nur ganz kurz. Dabei bin ich gerade mal 105km/h gefahren bei erlaubten 100km/h. Eigentlich gehen die Blitzer auf der Autobahn erst bei 10km/h drüber los. Aber wahrschenlich muss der Kanton Glarus nach der gescheiterten Abstimmung über die Unternehmenssteuerreform eine neue Geldquelle erschliessen.

In Bergün ging es dann weiter: Eigentlich wollte ich mit dem Bus nach Chants fahren - hätte immerhin zwei Stunden Zeit gespart und bei einer offiziellen Führerzeit von acht Stunden kann man jede Stunde Beschleunigung gut gebrauchen. Scheinbar fährt der Bus nur im Sommer. Vielleicht sollte Roland Scheck mal in Bergün nachfragen wegen Schneeketten für Busse.

Also doch weiter per Pfote und Ski. Die grandiose Umgebung auf dem Gletscher Vadret da Porchabella entschädigt aber ausreichend für dieses Missgeschick mit den Bussen.

 

Skidepot Trocken Brot Steil!

Am Skidepot auf 3200m ist dann erstmal Pause angesagt. Taktische Pause denn zwei andere Tourengeher sind gerade dabei in Richtung Gipfel zu spuren. Das heisst ausführliche Brotzeit. Leider muss ich mein ganzes Sackgeld in die Geschwindigkeitsbusse investieren. Daher bleibt mir nur trocken Brot während Reto den leckeren Zürcher Joghurt futtern darf. Dabei kommt er doch eigentlich aus Graubünden und nicht aus Zürich, auch wenn Zürich die externe Host City war bei der Graubündener Olympiaideeutopie.

Irgendwann ist aber auch die schönste taktische Pause zu Ende und es geht los Richtung Gipfel. Die zwei Vorspurer waren leider nicht sonderlich schnell, so dass wir sie schon bald wieder eingeholt hatten. Dafür wurde oben der Schnee immer weniger und die Felsen immer mehr. Das ist mehr Reto sein Gelände, die Felsen. Ich fühle mich ja eher im Schnee wohl. Deshalb habe ich schweren Herzens beschlossen, die Beschriftung des Gipfelkreuzes nicht zu überprüfen sondern auf halbem Weg durch die Wand den geordneten Rückzug anzutreten. Der Berg steht ja hoffentlich noch länger und irgendwann hat es auch mehr Schnee als diesen Winter. Wie man sieht, ist es aber wirklich ganz schön steil da rauf.

Wenigstens die Abfahrt war im oberen Bereich genial. Richtig schöner Pulver auf dem Gletscher. Im unteren Teil hatte es dann mehr etwas von einer Frühlingsskitour. Auf dem Fahrweg hinter Chants hätte ich mir wieder einen Bus gewünscht.

Karte

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