Neuseeland 2019

Zuletzt aktualisiert: Freitag, 01. März 2019 Geschrieben von Schaaf

Endlich darf ich wieder meine Millionen von Freunden in Neuseeland besuchen. Ein Paradies für Schaafe, wie ich bereits 2017 feststellen durfte. Wenn da nur nicht das lästige Packen und der noch viel schlimmere Flug wäre. Damit der Flug nicht so schlimm wird habe ich mir noch Unterstützung mitgenommen, Knuth und Dr. Kermit. Dr. Kermit als Konifere (oder war es Pinie?) auf dem Gebiet der Meteorologie wird der Flug sogar gesponsert, ich glaube von der Queen persönlich damit die Kiwis vielleicht eventuell auch mal eine vernünftige Wettervorhersage bekommen. Auf jeden Fall geht es bald los.

Anreise

Alles Parat Ganz schön eng!

Die Scheichs von den Emirates wollten uns diesmal auf dem Hinflug nicht mitnehmen. Wahrscheinlich sind beim letzten Mal zu viele Dinge auf dem Weg vom Check-In zum Sperrgepäckschalter in den Velokoffer gefallen. Deshalb fliegen wir mit der Konkurrenz von Etihad. Aber nicht unbedingt zu empfehlen. Da Etihad schon morgens um 10 Uhr von Zürich fliegt wollten wir eigentlich am Flughafen gemütlich frühstücken und waren sehr früh am Check-In. Obwohl fast niemand anstand hat der Check-In fast eine halbe Stunde gedauert dank der hochprofessionellen, leicht überforderten Mitarbeiterin. Die Krönung war als sie für den Rückflug ein Ticket sehen wollte. Bei den Schafen fliegt man schon lange papierlos mit E-Ticket und eine Buchungsbestätigung war ihr nicht gut genug. Schliesslich hat sie uns dann aber doch die Bordkarte ausgestellt.

Von Zürich aus ging es mit dem Dreamliner von Boeing über Abu Dhabi nach Melbourne. Übrigens träumen kann man im Dreamliner nicht, dafür ist er dann definitiv zu laut. Und bei Etihad auch etwas schmal bestuhlt - man sieht ja wie eng ein Sitz für uns drei ist. Wenigstens das letzte Stück von Melbourne nach Christchurch mit Air New Zealand war etwas besser. Kiwis sind auch sehr flexibel. Mit Velo haben wir ja 30kg Gepäck, Air New Zealand erlaubt aber nur 23kg. Da haben sie einfach ins System geschrieben dass unsere 30kg nur 23kg sind. Auch eine Lösung. Auf jeden Fall sind wir erstmal gut in Christchurch gelandet und schlafen uns erstmal aus.

Christchurch

Summit Road Sonntagsausflug
Mit Knuth und Dr. Kermit
Velo Verkehrsregelung

Nachdem wir am Samstag ausgeschlafen haben und vom Flughafenhotel in unser Apartment gezogen sind war der Tag schon fast vorbei. Da Dr. Kermit am Montag arbeiten muss blieb nur noch der Sonntag für einen gemütlichen gemeinsamen Ausflug. Dr. Kermit als fast-Local hat die Port Hills vorgeschlagen, aber darauf wäre ich auch selber gekommen. Die Port Hills liegen im Süden von Christchurch und seit dem Erdbeben Februar 2011 ist die Strasse die über die Hügel führt an einer Stelle für Autos gesperrt, für Velo aber offen. Ist also richtig wenig Verkehr und macht mega Spass die Strasse zu fahren. Auch wenn die Temperaturen mit fast 30°C etwas ungewohnt sind wenn man mitten aus dem Europäischen Winter kommt.

Am Montag muss Dr. Kermit arbeiten und ich darf die Gegend erkunden. Laut Internetrecherche gibt es östlich vom Flughafen noch einen MTB-Park den man auch mit dem Crosser befahren kann, den McLeans Forest. Nur bei der Einfahrt in den Park muss man aufpassen. Rechtsverkehr statt Linksverkehr und Vorfahrt gewähren wenn man in den Rundkurs einfährt. Fast schon ein bisschen Deutsch wie das hier so detailliert geregelt ist.

Christstollen
Ende Januar
Gondoliere Crater Rim Track

Apropos Deutsch: Die Ernährungslage ist gesichert. Hier gibt es auch Ende Januar noch original Kuchenmeister Christstollen mit Marzipanfüllung - alles vollständig in Deutsch auf der Verpackung. Ich habe so meine Zweifel, ob irgendein Kiwi das versteht. Wahrscheinlich haben die sich deswegen so schlecht verkauft, dass sie immer noch im Angebot sind.

Ansonsten ist Christchurch die südlichste Stadt Italiens. Es gibt guten Kaffee und sogar einen italienischen Gondoliere. Ich habe bloss noch nicht rausgefunden, ob die auch singen. Ist ja auch nicht ganz so stimmungsvoll unter der gemischten Velo/Fussgängerbrücke durchzufahren wie in Venedig durch die Kanäle zu schippern und unter der Rialtobrücke durchzufahren. Aber alles kann man nicht haben. Es gibt jedenfalls noch viel zu entdecken hier in Christchurch.

Gepflegte
Allee
Aussicht nach
Superanstrengung
Packhorse
Hut

Auch auf der anderen Seite der Port Hills gibt es noch viel zu entdecken. Das Problem ist nur, dass es bis dahin schon mal gute 30km sind und mit dem Crosser bin ich nicht so schnell wie mit meinem Rennvelo. Nachdem Dr. Kermit aber immer noch an der Uni arbeiten muss, bin dabei auch hier die Strassen zu entdecken. Teilweise superschöne, gepflegte Alleen (na ja, sieht man nicht allzu oft). Teilweise aber auch richtig schlechte Gravel-Roads, die dann auch noch fast überhängend sind. Auf meiner Tour über Little River nach Port Levy und weiter nach Diamond Harbour habe ich so eine Strasse erwischt. Oben musste ich erstmal Pause machen bis ich gemerkt habe, wie schön die Aussicht ist.

Auch den "Advanced Mountainbike Trail" zur Packhorse Hut habe ich unter meine Crosser-Stollen genommen. Ist allerdings so steil, dass ich nicht alles fahren konnte. Also nur bedingt empfehlenswert. Ausserdem ist oben der Weg ganz schön schmal und ausgesetzt. Da bin ich lieber mal vorsichtig, nicht dass ich mir einen Fellschaden hole und die Ferien dann vorbei sind. Zum Glück geht es jetzt bald los mit unserem Klapperbus den Norden von Neuseeland zu erkunden.

Kaikoura

Seals South Bay Whale-Watching
Boot
Whale Tail

Als ich letztes Mal in Neuseeland war, hatte der State-Highway nach Kaikoura ein paar Erdbebenschäden und war gesperrt. Allerdings wollte ich schon immer mal nach Kaikoura, bekannt für das Whale-Watching ("We guarantee Whales but no Tails"). Dieses mal ist die Strasse offen und da Saison ist, haben wir sogar den Platz auf dem Boot im voraus reserviert. Am Morgen schönster Sonnenschein und wir machen uns auf den Weg zu den Walen. Allerdings Pech - wegen rauher See fahren sie nicht. Also alle Pläne über den Haufen geschmissen, die Fähre verschoben und einen Platz auf dem Böötchen für den nächsten Tag reserviert. Als Alternativprogramm ein kleiner Ausflug zur Seal-Kolonie und weiter auf dem Weg zur South Bay. Ist schon ein schönes Fleckchen Erde, auch ohne Wale.

Nächster Morgen, selbes Spiel. Wieder schönster Sonnenschein und diesmal fahren die Boote. Allerdings geben sie gleich eine "strong sickness warning" raus. Na ja, ich habe in Schottland schon schlimmeres überstanden. Die Schifferl sind aber wirklich nicht gross und es schaukelt ganz gut. Ein Teil meiner Mitreisenden haben das nicht so gut vertragen. Dafür habe ich gleich zwei Wale gesehen: Whale und Tail! Ist schon eindrücklich gross so ein Wal. Der Wal ist übrigens ganz leicht zu finden. Der ist dort wo die ganzen Schifferl fahren, Hubschrauber und Flugzeuge kreisen. Warum sagen die nur immer, dass die gar nicht so leicht zu finden sind?

Picton und Überfahrt

The Snout Überfahrt mit
der Fähre
Tschüss Südinsel

Auch wenn Dr. Kermit noch ein bisschen mit dem Nachschaukeleffekt kämpfte, sind wir nach dem Whale-Watching und anschliessendem Eis-Essen noch bis Picton gefahren. Da war ich ja vor zwei Jahren schon mal, diesemal sollte es aber am nächsten Morgen mit der Fähre auf die Nordinsel nach Wellington gehen. Am Abend in Picton lohnt sich aber immer noch ein Ausflug auf die Halbinsel The Snout, die gleich beim Hafen weggeht.

Die Fähre um 9:05 Morgens bedeutet 8:05 beim Check-In. Da ist es gefühlt noch fast dunkel. Aber zum Glück ist die Fähre etwas grösser als die Whale-Watching Boote. Es hat nämlich ganz schön geluftet in der Cook Strait als wir den schützenden Queen Charlotte Sound der Sündinsel verlassen haben. Ach ja, die Fährtfahrt ist ein einziger Betrug. Die behaupten man fährt von der Süd- auf die Nordinsel. Man kommt allerdings südlicher an als man losgefahren ist. Na ja, aber auf der Nordinsel sind wir trotzdem gelandet.

Cape Palliser

235 Stufen Cape Palliser Seals Schuhe nach
235 Stufen
Gefährliche
Strasse

Nach der stürmischen Überfahrt von der Süd- auf die Nordinsel war es dort natürlich auch nicht gerade windstill. Eigentlich wollte ich den Remutake Cycle-Trail fahren. Aber der starke Wind hat nicht gerade dazu eingeladen oben in den Hügeln spazierenzufahren. Als Alternative bin ich zum Cape Palliser gefahren, dem südlichsten Punkt der Nordinsel. Nach der anstrengend Anfahrt gengen den Wind musste ich dann noch die 235 Stufen zum Leuchtturm hinaufsteigen um die Aussicht zu geniessen. Ist aber schon ein wilder Fleck dort und nicht nur wegen des Windes.

Als Entschädigung für die anstrengende und gefährliche Anfahrt gibt es eine Seals Kolonie direkt neben der Strasse. Echt süss, wie sie dort alle faul rumliegen und sich kratzen. Und das direkt neben der Strasse, quasi Wildtierbeobachtung direkt aus dem Sattel.

Hawke's Bay

Te Mata Peak Wineries
überall
Muntere Kühe

Das Wetter in den Bergen soll die nächsten Tage nicht so optimal werden und deshalb machen wir einen kurzen Zwischenstop an der Küste bei Napier. Das ist die Stadt, die 1931 von einem Erdbeben der Stärke 7.8 auf der Richterskala erschüttert wurde und danach im damals topmodernen Art-Deco Stil wiederaufgebaut. Da das Interesse für Architektur bei uns in der Reisegruppe aber eher gering ausgeprägt ist, haben wir erstmal eine Velorunde auf den Te Mata Peak unternommen südlich von Hastings. Von dort hat man eine super Aussicht über die ganze Bucht und kann auch noch einen schönen Trail bergab fahren.

Weiter sind wir auf dem ausgeschilderten Cycle Trail gefahren. Da weiss man vor lauter Wineries gar nicht mehr wohin. Ausserdem lauern auch noch die Gefahren durch vorwitzige Kühe - und ich dachte immer, dass die Mutterkühe in der Schweiz schon extrem gefährlich sind. Zum Glück geht es bald weg von der gefährlichen Küste und in die Berge, in den Tongariro Nationalpark.

Tongariro Nationalpark

Der Tongariro Nationalpark liegt in der Mitte der Nordinsel und in ihm sind mehrere aktive Vulkane. Der Mount Ruapehu ist das letzte mal am 25. September 2007 ausgebrochen und der Ngauruhoe das letzte mal 1977 und eigentlich schon lange überfällig. Wir haben uns mit dem Klapperbus in Whakapapa stationiert, quasi in der Mitte des Nationalparks. Von dort kann man mit Shuttle auch das berühmte Tongariro Crossing unternehmen. Als ich aber mitbekommen habe, dass allein von Whakapapa am Morgen jede Stunde drei Busse fahren haben wir uns lieber etwas anderes, einsameres rausgesucht.

Kiwi-Country Mount Ruapehu
Crater Lake
Mount Ruapehu
von den Tama Lakes
Mount Ngauruhoe

Am ersten Tag bin ich auf den Mount Ruapehu. Zuerst mit dem Velo bis Iwikau, der Skistation am Mount Ruapehu und von dort per Pfote auf den Gipfel. Da es keinen offiziellen, markierten Weg gibt, war vor allen Dingen die Wegfindung nicht immer ganz einfach. Schliesslich habe ich es aber über den Glacier Knob auf den Dome oberhalb vom Kratersee geschafft. Man glaubt es kaum, aber dort oben hat es wirklich einen Gletscher. Allerdings auch einen beheizten Kratersee. Auf jeden Fall dampft der die ganze Zeit vor sich hin. Oder vielleicht sollte ich besser sagen, stinkt vor sich hin. Deshalb bloss schnell wieder nach unten. Zum Glück hat es noch zahlreiche Schneefelder auf denen ich meine Abfahrtskünste vorteilhaft einsetzen kann. So war ich zum Nachmittagskaffee wieder bei Dr. Kermit und Knuth am Klapperbus und wir können den nächsten Tag planen.

Das Tongariro-Crossing fällt wegen Überfüllung aus, weshalb wir uns für die Tama Lakes entschieden haben. Die Tama Lakes sind - wie nicht anders zu erwarten - alte Vulkankrater. Sind aber schon sehr alt und eigentlich gar nicht mehr als Vulkankrater zu erkennnen. Trotzdem hat man von dort einen tolle Aussicht auf die beiden Vulkane. Das waren zwei anstrengende Wanderungen im Nationalpark. Zeit sich mal wieder etwas zu erholen.

Lake Taupo

Turangi River Trail Lange Brücke National Trout Center

Nach den langen Wanderungen im Tongariro Nationalpark wollten wir erstmal ein bisschen entspannen am Lake Taupo - angeblich das letzte mal ausgebrochen im Jahr 186 und seitdem ein See, also ein Kratersee. Auf dem Weg dorthin liegt noch Turangi und Lonely Planet empfiehlt den Turangi River Trail als einer der schönsten Cycle Trails. Den mussten wir natürlich auch noch ausprobieren.

Na ja, ein ganz netter Trail. Aber nicht wirklich etwas besonderes, ausser dass man auf die vielen Angler acht geben muss die mit ihren riesenlangen Angeln auf dem Weg laufen. Ach ja, das National Trout Center gibt es auch noch. Für den begeisterten Angler gibt es wahrscheinlich nichts schöneres. Bei uns in der Reisegruppe ist das das Angeltum aber nicht so ausgeprägt, so dass wir uns das National Trout Center gespart haben und lieber im Lake Taupo eine Runde baden waren.

Great Lake Trail
Mittagspause
Great Lake Trail Broken Chain Bridge I Love Taupo Lake Taupo

Am Lake Taupo gibt es aber einen wirklich schönen Trail, den Great Lake Cycle Trail. Allerdings muss man sich da mit dem Shuttle nach Whangamata bringen lassen, von dort geht es dann über Kawakawa und Kinloch nach Whakaipo Bay fahren. Zwischen Kinloch und Whakaipo Bay gibt es noch eine Extraschleife, den Headland's Loop. Ist zwar offiziell nur für Mountainbikes, aber auch mit unseren Crossern wunderbar fahrbar.

Da wir ja nicht wussten wie schwer der Weg ist, haben wir uns schon um 9 Uhr Morgens am Campingplatz abholen lassen. Da war das Wetter - entgegen der Vorhersage von Dr. Kermit - noch nicht ganz optimal. Im Laufe des Tages wurde es dann aber besser und auch einem kurzen Bad im Lake Taupo in der Mittagspause stand nichts im Weg. Am Nachmittag wurde es dann aber so richtig heiss. Die 15km zurück von Whaikapo Bay nach Taupo waren dann fast schon anstrengend in der Hitze. Insgesamt aber ein wirklich schöner Tag und auch ein wirklich schöner Trail.

Forgotten World Highway und Mount Taranaki

Hobbit's Hole Republic of
Whangamomona
Mount Taranaki
am Abend

Nach dem Lake Taupo wollen wir den angeblich meistbestiegenen Berg Neuseelands, den Mount Taranaki erklimmen. Dazu müssen wir an die Westküste fahren. Da gibt es eine recht lustige Strasse, den Forgotten World Highway. Das ist wirklich ein State Highway, auch wenn er ein kurzes Teilstück mal nicht asphaltiert ist. Zwischendrin kommt man durch einen Tunnel, über 4 Meter hoch aber nicht wirklich breit. Ich dachte schon, unser Klapperbus passt da nicht durch.

Hinter dem Tunnel fängt bald die nach eigener Erklärung eigenständige Republic of Whangamomona an. Beinahe wäre ich dort Einwohner geworden denn so einen Zweitpass kann man immer gebrauchen wie man derzeit am Brexit sieht. Leider ist mein Ausweis im Safe vom Bus und der ist wiederum unter dem Bett. Ist dann doch zuviel Aufwand. Auch den ganzen Krempel imported from New Zealand habe ich nicht gekauft - kann ich ja direkt in Neuseeland kaufen und nicht in Whangamomona.

Am Ende landen wir doch in North Egmont, dem Ausgangspunkt der Wanderung auf den Mount Taranaki und der Berg zeigt sich in schönstem Abendlicht ohne jede Wolke.

Anstieg zum
Mount Taranaki
Gipfelbild Fahrweg - irre steil Entspannen
nach der Wanderung

Der Anstieg zum Taranaki ist angeblich lang, 10 Stunden hin und zurück. Deshalb wollen wir schon morgens um 8 Uhr losgehen. Aber als um 7 Uhr der Wecker klingelt höre ich so ein tröpfeln auf das Dach unseres Klapperbusses. Also heisst es sich geduldig nochmal umdrehen bis der Regen aufhört. Unsere Nachbarn sind schon um 6 Uhr morgens losgegangen und haben die besten Schauer wahrscheinlich voll erwischt während wir nach unserem Aufbruch um 9 Uhr nur noch ein paar Tropfen abbekommen.

Der Anstieg ist anfangs eine normale Fahrstrasse, die immer steiler, fast überhängend wird. Später geht es zahlreiche Treppenstufe in Richtung Gipfel bevor es loser Schotter wird. Ein wahres Vergnügen der Aufstieg und wir hatten noch nicht mal Aussicht da oben. Als wir dann schliesslich unten waren nach 5 Stunden war der Gipfel fast wieder wolkenfrei. Auf Dr. Kermit ist auch kein Verlass mehr. Vielleicht sollte ich ihn das nächste mal daheim lassen.

Nach der ganzen Anstrengung sind wir erstmal ans Meer gefahren und haben die Wellen und Sonne genossen.

Waitomo und Orakei Korako

Elephant Rock Three Sisters Glühwürmchen
Fressfäden
Glühwürmchenhöhle Orakei Korako

Vom Mount Taranaki geht es Richtung Waitomo, weltbekannt für seine Glühwürmchen. Auf dem Weg kommt man noch an den Three Sisters vorbei - drei Felsen, die bei Flut im Meer stehen und bei Ebbe eher im Trockenen. Daneben liegt auch noch der Elephan Rock. Na ja, den Rüssel kann man sich noch vorstellen, der Rest ist eher weniger Elefant finde ich.

In Waitomo gehen wir nicht in die grosse Waitomo Cave - dort werden am Tag teilweise über 2000 Leute durchgeschleust. Es gibt auch noch zahlreiche kleinere Höhlen, die nicht so überlaufen sind und wo man auch ein bisschen mehr Zeit verbringen darf. Und die braucht man bis sich das Auge an die Dunkelheit gewöhnt hat und die Anzahl der Glühwürmchen immer mehr wird. Ach ja, Glühwürmchen sind eigentlich gar keine Glühwürmchen sondern nur Larven die mit dem Licht ihre Beute anlocken, die sich dann in so klebrigen Fäden verfängt. Aber Glühwürmchen klingt einfach besser als Glühlarven.

Nach der Glühwürmnchentour haben wir dann noch die Sinterterassen in Orakei Korako besucht. Ist aber ganz schön warm, wenn Sonne und Geothermie zusammenkommen. Also Zeit, wieder ans Meer zu fahren zum abkühlen.

Bay of Plenty

Pakihi Track
Start
Pakihi Track Swingbridge Gefährliche Strasse
zurück
Dunes Trail

Die Bay of Plenty ist die recht lange Bucht mit Tauranga als grösster Stadt. Fast am anderen Ende, in Opotiki gibt es aber ein paar schöne Cycle Trails die sich zu einer schönen Runde verbinden lassen. Entlang des Motu River geht es auf einer Gravel Road bergauf bevor kurz nach dem höchsten Punkt der Pakihi Track abzweigt. Der Pakihi Track geht auf 20km bergab im Wesentlichen entlang des Pakihi River. Anfangs etwas steiler, später flacher aber immer etwas ausgestzt. Trotzdem mit dem Crosser total super zu fahren. Wenn nur Dr. Kermit und Knuth an den Bremsen nicht immer so viel entschleunigen würden.

Nach dem Track geht es auf eine kleine, hochgefährliche Gravel Road und schliesslich asphaltiert nach Opotiki hinein. Dort wartet dann das nächste Highlight. Der Dunes Trail, durch die Dünen immer entlang vom Ozean.

Wharekopae Hill Rere Rockslide

Nach der langen Tour am Vortrag dachte ich eher an eine entspannende Tour. Gut 30km bergab zur Rere Rockslide und wieder zurück. Allerdings haben sich diese 30km waren aber nicht bergab sondern hügelig bergab - hin und zurück dann doch fast 1000Hm. Und als ob das nicht genug wäre auch noch auf einer superschlechten Gravel Road und wir sind schon viele Gravel Roads in Neuseeland gefahren.

Es hat sich aber gelohnt. Die Rere Rockslide ist ein riesen Felsrutsche die unten in einem Pool endet. Nicht ganz eben - ist schliesslich eine Naturrutsche und deshalb sind dort ein paar kleinere Absätze drin. Mir tut jetzt noch mein Hinterteil weh vom Rutschen. Der Spass war es aber wert.

Coromandel

Karangahake Gorge

Direkt an die Bay of Plenty schliesst sich im Norden die Coromandel Halbinsel an. Im letzten Jahrhundert bekannt für sein Gold, jetzt eher bekannt für eine gewisse Wildheit und Natur. Wir wollten uns natürlich beides anschauen.

Da es sowieso ein eher regnerischer Tag war haben wir mit dem Gold begonnen. Von Waihi führt der Hauraki Rail Trail durch die Karangahake Gorge in der früher Gold abgebaut wurde. Der Trail führt auch durch einen alten Eisenbahntunnel - bei Regen können wir uns da unterstellen. In Karangahake kann man noch die alten Hinterlassenschaften der Goldgräber besichtigen. Zahlreiche Schächte, verrostete Maschinen und schwankende Brücken. Genau das richtige für einen Regentag, Gold haben wir aber keines gefunden. Der Heimflug ist also immer noch nicht gesichert.

Neben dem Gold gibt es noch die zwei Dinge auf Coromandel, die jeder Japaner und Chinese gesehen haben muss: Cathedral Cove und Hot Water Beach. Wir sind zwar keine Chinesen, aber das müssen wir uns natürlich auch anschauen. Von Whitianga geht es mit der Passagier- und Velofähre nach Cooks Beach und dort mit dem Velo nach Hahei, wo der Weg per Pfote zur Cathedral Cove startet. Der Vorteil des Velo ist, dass man bis zum Start des Tracks fahren kann und nicht auf den Parkplatz vor dem Ort parkieren muss. Den haben sie nämlich wegen der vielen Japaner eingerichtet.

Cathedral Cove
Rock
Strandschaukel Hot Water Beach

Der Weg ist allerdings kein wahres Vergnügen, soooo viele Leute. Und unten am Strand wo die Cathedral Cove liegt noch mehr Leute. Wir sind dort nicht lange geblieben, das Risiko zertrampelt zu werden ist einfach zu gross. Dafür haben wir dann am Hahei Beach Mittagspause gemacht. Die haben dort sogar eine Schaukel installiert. Leider geht es gerade eher Richtung Ebbe und das Wasser ist ganz schön weit von der Schaukel entfernt. Aber wir müssen ja noch etwas warten - Hot Water Beach geht nur zwei Stunden um Ebbe herum.

Von Hahei zum Hot Water Beach brauchen wir mit dem Velo eine gute halbe Stunde und damit sind wir eine Stunde vor Ebbe dort, parat unsere Schaufel zum Einsatz zu bringen. Der Strand heisst nämlich deshalb Hot Water Beach, weil man unterhalb der Felsen nur ein bisschen Buddeln muss und dann kommt warmes und teilweise auch richtig heisses Wasser (über 60°C) von unten. Man kann auch ohne Probleme erkennen an welchen Stellen man seinen Pool graben muss um warmes Wasser zu haben. Ein riesen Strand und in der Mitte drängeln sich alle Leute. Wir haben dann auch ein bisschen gebuddelt um wenigstens einmal unsere Pfoten zu wärmen. Viel schöner war allerdings das Bad im Pazifik in den Wellen. Dort waren auch fast keine Leute, schliesslich lagen die alle in ihren Pools oder waren noch am Schaufeln. Ich habe eh das Gefühl, dass die Anzahl der Schaufeln die Anzahl der Pools um den Faktor zehn überschreitet. Also zehn Schaufeln pro Pool - ein riesen Geschäft für den Schaufelverleih. Zum Glück haben wir unsere Schaufel gratis vom Camping mitgenommen. Ohne Goldfund wird es sonst hart mit der Leihgebühr.

Blick auf
Coromandel Town
Road 309 Otama Beach Colville Stupa

Auf Coromandel ist auch die Road 309 berühmt, angeblich wegen ihrer 309 Kurven, fast alles Gravel Road. Das wollten wir unserem Klapperbus nicht zumuten und sind ab Whitianga mit dem Velo die Old Wade Road Richtung Coromandel gefahren um dann die Road 309 zurückzufahren. Allerdings hat mir bei meiner Internetrecherche keiner gesagt, dass die Old Wade Road dermassen steil ist. Das war quasi Intervalltraining - immer mal wieder kurz Vollgas um nicht rückwäerts runterzurutschen und dann ganz langsam zur Erholung wenn es flach war.

Wir sind aber schliesslich doch in Coromandel Town angekommen, einem Städtchen dass im letzten Jahrhundert stehen geblieben ist. Mich würde es nicht wundern wenn gleich ein Cowboy ums Eck käme. Der Rückweg über die Road 309 war dafür sehr entspannend. Sanfte Steigung, gut geschottert und unten sogar ein Honigverkaufsstand.

Angesichts der Anstrengungen wollten Dr. Kermit und Knuth am nächsten Tag nichts grosses mehr machen. Wir haben einen Strandtag am Otama Beach eingelegt und sind am Abend noch nach Colville gefahren um am nächsten Tag den Coromandel Track unter die Stollen zu nehmen. Weiter als Colville dürfen wir mit unserem Klapperbus auf Coromandel nicht fahren. Die Strassen werden hier aber auch wirklich schmal und alles Gravel Roads.

Port Charles Coromandel Track Rückweg Sonnenuntergang

Der Coromandel Track ist ein 10km Fussweg am Ende der Coromandel Halbinsel zwischen Stony Bay und Fletchers Bay. Für MTB Fahrer gibt es auch einen Weg, der aber einen kleinen Hügel hochgeht. Von Colville geht es erstmal über zwei kleine Pässchen zu Stony Bay - alles Gravel Road. Der Coromandel Track stellt sich dann als wesentlich steiler heraus als gedacht. Teilweise musste ich sogar absteigen und schieben, wie peinlich. Hat aber niemand gesehen.

Oben angekommen ist aber alle Anstrengung vergessen. Wunderschöne Aussicht über die Buchten und Strände der Halbinsel. Und bergab alles fahrbar. Richtig anstregend wurden schliesslich aber die 35km Gravel Road zurück nach Colville. Da mussten wir erstmal mit einer Kiwi Eiscreme unsere geleerten Energiespeicher wieder auffüllen bevor wir mit dem Klapperbus noch ein Stück Richtung Auckland gefahren sind. Als Belohnung für die Anstrengung am Abend noch ein wunderschöner Sonnenuntergang.

Karte

Drucken